Weltfrauentag 8. März – Starke Frauen der Hilfsgemeinschaft im Fokus
Presse
Drei Frauen, drei Wege, ein Ziel: wie Engagement, Expertise und Beratung das Leben blinder und sehbehinderter Menschen bereichern.
Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs setzt sich seit 90 Jahren für blinde und sehbehinderte Menschen ein – mit besonderem Fokus auf gegenseitige Unterstützung und berufliche Chancen. Drei Frauen zeigen, wie vielfältig dieses Engagement sein kann: eine Freiwillige, die ihre Zeit für die Gemeinschaft einsetzt, eine Mitarbeiterin aus der Beratungsabteilung, die sehbehinderte und blinde Menschen auf ihrem Weg unterstützt und begleitet sowie eine sehbehinderte Tastuntersucherin, die für das Hilfsgemeinschaft-Projekt discovering hands in ganz Österreich Brustuntersuchungen durchführt. Ihre Geschichten stehen stellvertretend für die Arbeit des Vereins – und für gelebte Inklusion.
Sylwia Pietr: Fingerspitzengefühl für Frauengesundheit
15 Jahre lang stellte Sylwia Pietr die Bedürfnisse anderer vor ihre eigenen – sie führte den Haushalt, zog drei Kinder groß und unterstützte die Firma ihres Mannes. Nach der Scheidung stellte sie sich die Frage: „Wo bin ich in dem Ganzen geblieben? Auf der Strecke.“ Durch die Arbeitsassistenz erfuhr sie von discovering hands, einem Projekt, das blinde und sehbehinderte Frauen zu medizinisch-taktilen Untersucherinnen (MTU) für die Brustkrebsvorsorge ausbildet.
2016 schloss sie die Ausbildung ab – und fand nicht nur eine neue Berufung, sondern auch mehr zu sich selbst. Heute bildet sie zusätzlich selbst neue MTU aus und hält Schulungen zur Selbstuntersuchung, für die sie durch ganz Österreich reist – ihr liebster Teil des Jobs. „Es war die beste Entscheidung meines Lebens!“, sagt sie. Ihre Arbeit ist nicht nur eine Quelle ihres Selbstbewusstseins, sondern stärkt auch andere Frauen. „Es ist ein Stück Selbstbestimmung, wenn man den eigenen Körper besser kennenlernt.“
Susanna Klaunig: eine echte Wiener Heldin
Susanna Klaunig arbeitete über drei Jahrzehnte als Heimhelferin beim Roten Kreuz – Helfen ist Teil ihrer Persönlichkeit. Doch vor ihrer Pensionierung fragte sie sich: Was kommt danach? Ihre Tante gab den entscheidenden Impuls: „Du musst dir was suchen, sonst fällst du in ein Loch.“ Auf der Freiwilligenmesse entdeckte sie die Hilfsgemeinschaft und es funkte sofort.
Seit 2017 engagiert sie sich mit voller Energie: begleitet Wanderungen und Ausflüge, hilft bei Festen, kuvertiert Briefe, unterstützt regelmäßig ein sehbehindertes Elternpaar mit Begleitdiensten und tut noch vieles mehr. „Die Hilfsgemeinschaft weiß, dass sie mich für so gut wie alles einsetzen kann!“, sagt sie. 2023 wurde sie von der Bezirkszeitung und W24 dafür sogar als Wiener Heldin der Brigittenau geehrt.
Für sie ist das freiwillige Engagement ein Weg, sich auch im Ruhestand selbst zu verwirklichen und ihre ungetrübte Energie zu nutzen. „Da komme ich selbst raus, das ist schön.“ Ehrlichkeit und Offenheit sind ihr wichtig, genauso, wie in Bewegung zu bleiben: „Ich bin noch so agil, wieso sollte ich nur daheim sitzen!“
Martina Gollner: steht mit Rat und Tat zur Seite
Seit 2011 arbeitet Martina Gollner in der Beratungsabteilung der Hilfsgemeinschaft. Als Sozialarbeiterin kam sie nach dem Studium über ein Praktikum zu dem Verein. Selber von Geburt an hochgradig sehbehindert, dachte sie anfangs nicht, dass sie zu dem Thema auch dauerhaft arbeiten wolle. Doch schon nach wenigen Tagen war sowohl ihr als auch ihren Kolleginnen klar, dass sie bleiben würde.
Heute berät sie blinde und sehbehinderte Menschen zu Themen wie Behindertenpass, Pflegegeld oder Hilfsmitteleinreichungen, aber auch Wohnbeihilfe und KlimaTicket. „Unsere Mitglieder sind sehr dankbare, entzückende Menschen“, sagt sie. Sie fühlt sich fest in der Sozialarbeit verwurzelt und engagiert sich auch als Mitglied erster Stunde beim Verein FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen. Frauenthemen kommen für sie im Bereich Behinderungen oft zu kurz. „Als Frauen haben wir oft noch einmal andere Rollen zu erfüllen. Das gehört mehr in die Aufmerksamkeit gerückt.“
Rückfragehinweis
Wenn Sie über die Geschichten sehbehinderter und blinder Menschen sowie unserer Mitarbeiter:innen und das vielfältige Engagement der Hilfsgemeinschaft berichten wollen, stehen wir gerne für weitere Informationen und Interviewanfragen zur Verfügung.
Ihr Presse-Ansprechpartner
Alle Teammitglieder
Mag.a Irene Zöhrer-Schreiner
Leitung Kommunikation